NEU: Fortbildungsreihe Paarberatung 2027

Unverbindliche Vorankündigung:

Zielgruppe und Schwerpunkte der Fortbildung:

Die Fortbildungsreihe richtet sich an interessierte Fachkräfte, die über fachliche Kenntnisse in Beratung verfügen und ihre Kompetenzen in der Paarberatung erweitern wollen. Dies können Berater*innen aus Lebensberatungsstellen oder auch Berater*innen in eigener Praxis sein. Eine abgeschlossene Weiterbildung in Beratung ist Voraussetzung für die Teilnahme.

In der Paarberatung brauchen Berater*innen verschiedene Kompetenzen, den Prozess zu gestalten und die Besonderheit der Triade des Settings zu halten. Die Module der Fortbildungsreihe spannen einen Bogen vom Beginn einer Paarberatung über spezifische Felder der Beratung bis zum Beratungsabschluss.

Im ersten Modul bietet sie Antworten auf die Fragen zur Settinggestaltung, Anamnese und ersten Hypothesenbildung. Dann folgt im zweiten Modul ein Blick auf gesellschaftliche Entwicklungstrends in Bezug auf die Gestaltung von Partnerschaften. Im dritten Modul werden die Herausforderungen der Mittelphase der Paarberatung in den Blick genommen, die gegebenenfalls eine Neuorientierung des Beratungsprozesses erforderlich machen. Das vierte Modul nimmt psychische und Suchterkrankungen von Partner*innen und ihre Auswirkungen für die Partnerschaft in den Blick. Im fünften Modul geht es darum, wie die Abschlussphase in der Beratung von Paaren gestaltet und Ergebnisse gesichert werden können, aber auch um die Selbstfürsorge und professionelle Abgrenzung der Beratungsperson von den Paardynamiken. 

Zwei der fünf Module werden als Online-Seminare durchgeführt. Die Module der Fortbildungsreihe können gemeinsam oder einzeln gebucht werden.


Anmeldungen sind ab Oktober 2026 möglich. Lassen Sie sich gerne in unseren Fortbildungsverteiler aufnehmen, dann erhalten Sie die Ausschreibung und den Link zum Anmeldeformular einen Tag vor dem offiziellen Ausschreibungstermin automatisch per E-Mail. Senden Sie dafür einfach eine E-Mail an fortbildungen@dajeb.de mit dem Betreff “Aufnahme Fortbildungsverteiler“.


Modul 1: Der gute Start in die Paarberatung

11. bis 13. März 2027 in Hannover

Der erste Termin einer Paarberatung ist für alle Beteiligten der Beginn einer gemeinsamen Reise. Die beratende Person soll gleichzeitig erfassen, welches Anliegen das Paar in die Beratung führt, Hypothesen bilden, in welche Richtung es gehen könnte, eine Beratungsbeziehung mit den beiden Menschen etablieren und sie mit einer Perspektive für den Beratungsprozess versorgen. Es lohnt sich daher auch für erfahrene Berater*innen, diese Phase besonders in den Blick zu nehmen, für sich zu reflektieren und zu üben. Für das Paar ist es das Eintreten in eine neue Situation, in der einer fremden Person Einblicke in eine intime/ private Beziehung gegeben werden. 

Im ersten Modul werden zunächst Settingfragen sowie die planvolle Steuerung des Beratungsprozesses erarbeitet. Es werden Einstiege in die Beratung eingeübt und Methoden zur Auftragsklärung reflektiert. Anliegen müssen sortiert und priorisiert werden bei gleichzeitiger Offenheit für die Bedürfnisse des Paares. Settingunterschiede von der Dyade zur Triade werden diskutiert und die damit verbundenen Herausforderungen für die Beratung werden erlebbar gemacht. Die Bedeutung von Übertragungsphänomenen wird berücksichtigt und die Arbeit mit dem eigenen Anteil daran wird ausgelotet. 

Es gibt die Möglichkeit eigene Fälle und unterschiedliche Herangehensweisen im direkten Erfahrungsaustausch der Teilnehmer*innen zu besprechen. Der Transfer in die Praxis wird durch unterschiedliche Übungen gewährleistet.


Modul 2: Partnerschaften im gesellschaftlichen Wandel

27. bis 29. Mai 2027 Online-Seminar

Dieses Modul beleuchtet, wie gesellschaftliche Entwicklungen und kulturelle Narrative unsere Vorstellungen von Liebe, Sexualität und Liebesbeziehungen prägen. Im Mittelpunkt stehen die Entstehung und Wandlung von Beziehungsidealen sowie deren Bedeutung für das Erleben und Gestaltung von Beziehungen. Individualisierung, Digitalisierung und Pluralisierung verändern, wie Menschen Nähe, Verbindlichkeit, Sexualität und Begehren leben. Neben heterosexuelle /queere Zweierbeziehungen werden auch alternative Beziehungsformen wie offene, polyamore, „living apart together“-, On-Off-, Situationship- oder Freundschaft-plus-Modelle betrachtet. Für die Beratung kann dies eine Erweiterung über die klassische Paardyade hinaus bedeuten. Die Teilnehmenden reflektieren eigene Werte und Haltungen sowie die gesellschaftlichen Kontexte, in denen Beziehungen entstehen und sich verändern. Zudem erwerben sie konkrete Tools für die Beratung von Menschen in Mehrpersonenbeziehungen (u.a. offenen und polyamoren Beziehungen).


Modul 3: Mittelphase Paarberatung

1. bis 3. Juli 2027 in Hannover

In dieser Phase der Beratung sind Paardynamiken, Übertragungsphänomene, Widerstände, Veränderungsbereitschaft usw. erkennbar. Unterschiede der Partner*innen z.B. hinsichtlich der Motivation, Problemdefinition und des Konfliktlösungsverhaltens werden deutlich. 

Es werden Haltungen und Herangehensweisen verschiedener Ansätze speziell für die Mittelphase der Paarberatung vorgestellt und ausprobiert.

Im Mittelteil des Beratungsprozesses ist eine Zwischenbilanz hilfreich um das Arbeitsbündnis zu prüfen und bei Bedarf neu zu definieren. Daraus können sich neue, bisher verdeckte Aufträge/ Themen für den weiteren Beratungsprozess ergeben. 

Anhand von unterschiedlichen Paarkonstellationen/-themen (z.B. Langzeitbeziehungen, Paare in Stagnation, Streitpaare etc.) werden Methoden zur Aktivierung, Stabilisierung, Reflexion und/oder Diagnostik vorgestellt, angewandt und deren Wirksamkeit diskutiert.


Modul 4: Psychische und Suchterkrankungen in Partnerschaften

9. bis 11. September 2027 Online-Seminar

Paare beginnen eine Paarberatung häufig mit einer Vielzahl an Anliegen. Nicht selten kommen zu Partnerschaftsproblemen auch individuelle Schwierigkeiten und Belastungen hinzu. So erhöhen Partnerschaftskonflikte die Wahrscheinlichkeit, dass eine oder beide Personen an einer Depression oder einer anderen psychischen Störung erkranken. Gleichzeitig können die psychischen Symptome und Einschränkungen im Alltag einer Person die Partnerschaft belasten. Die individuelle psychische Belastung sollte daher im Paarberatungsprozess berücksichtigt werden, kann Berater*innen jedoch auch vor besondere Herausforderungen stellen. Psychische oder Suchterkrankungen/-belastungen sind nicht immer offengelegt und es gilt für den Berater/die Beraterin Anzeichen von Suchtbelastungen bzw. psychischen Problemen zu erkennen und deren Bedeutung und Dynamik für die Paarbeziehung sensibel in den Beratungsprozess einzubinden. Die Berater*innen werden in diesem Modul für das Tabuthema Sucht sensibilisiert, so dass sie sich kompetent fühlen, offen und authentisch damit umzugehen. Das Modul nimmt einen systemischen Blick auf die Auswirkungen von psychischen und Suchterkrankungen auf alle Familienmitglieder (inkl. der Kinder) ein.

In diesem Modul sollen die für die Paarberatung wichtigsten Konzepte und Methoden für den Beratungsprozess mit Paaren bei Vorliegen (oder Vermutung) einer psychischen Erkrankung einer oder beider Partner*innen vermittelt werden. Es werden Anzeichen häufiger psychischer Störungen im Beratungssetting und typische, daraus resultierende Paardynamiken dargestellt. Hilfreiche Strategien zur Thematisierung möglicher individueller Belastungen werden erarbeitet und diskutiert sowie Methoden zur Paarberatung unter Berücksichtigung psychischer Erkrankungen vorgestellt. Gleichzeitig sollen auch die Grenzen einer Paarberatung aufgezeigt und mögliche Verschränkungen mit einer psychotherapeutischen Behandlung diskutiert werden. 

Im Seminar werden zentrale Konzepte anschaulich und anhand von Fallbeispielen vermittelt. Es werden dann konkrete Vorgehensweisen für Paargespräche mit Bezug auf individuelle psychische Belastungen eingeführt, demonstriert und von den Teilnehmenden selbst erprobt. Möglichkeiten und Grenzen dieser Strategien werden auch auf der Basis der Erfahrungen der Teilnehmenden diskutiert.


Modul 5: Die Abschlussphase in der Paarberatung (Besser Schlussmachen!)

2. bis 4. Dezember 2027 in Hannover

Das Abschlussmodul der Fortbildungsreihe befasst sich mit Abschieden, Abbrüchen und ungeplanten Beendigungen einer Paarberatung. 

Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Gestaltung eines guten Endes der Paarberatung. 

Damit Paare in dieser Phase einerseits nicht in alte Muster rutschen und andererseits vorbeugend Hilfestellungen an die Hand bekommen, unterstützt eine Lösungssicherung das Paar für seinen weiteren Weg.

Da es während eines Beratungsprozesses zu neuen Aufträgen oder veränderten Settings kommen kann, werden in diesem Modul Gestaltungsmöglichkeiten erörtert und Ideen entwickelt. Wenn Paare den Beratungsprozess abbrechen, wollen auch Berater*innen den Prozess für sich gut abschließen können. Manche Beratungsprozesse ziehen sich in die Länge und es stellt sich die Frage, wann ein guter Zeitpunkt für einen Abschluss wäre.

In diesem Modul lernen Teilnehmer*innen Methoden zur Ergebnissicherung kennen, üben und setzen in Rollenspielen diese Methoden um und reflektieren ihre eigenen Werte zum Thema. Mit Blick auf die Selbstfürsorge der Berater*innen, wird auf Selbstwirksamkeit und das eigene Rollenverständnis geschaut. Das Gelernte wird in die eigene Praxis übertragen. 


Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Anke Höhne
Dipl.-Sozialwiss., EPFL-Beraterin (DAJEB), systemische Familientherapeutin (DGSF), systemische Supervisorin (SG)

Tel.: 0176 80709603
E-Mail: hoehne@dajeb.de

Die ausführliche Beschreibung und das Anmeldeformular für diese Fortbildungsreihe werden im Oktober hier eingestellt. Ab dann sind Anmeldungen möglich.


Möchten Sie von uns frühzeitig über Fort- und Weiterbildungen informiert werden? Dann senden Sie eine kurze E-Mail an fortbildungen@dajeb.de. Wir nehmen Sie in unseren Verteiler auf und informieren Sie dann bevorzugt über anstehende Fort- und Weiterbildungen.